30. April 2016

Rückblick aufs Derby

Kategorien: Allgemein, Texte

Ein Spiel, so wichtig wie selten und dann sowas. In der ersten Halbzeit fand Werder nicht statt. Weder auf dem Platz noch auf den Rängen. Was war da los?

Tags zuvor versuchten wir die Mannschaft noch mit einem kleinen Brief für das Derby zu motivieren. Klappte nicht. Letztendlich gingen wir an diesem Tag im Volkspark sang- und klanglos unter. Nur 30 Minuten Einsatz bei einem Derby im Abstiegskampf wird der Sache einfach nicht gerecht. Die Terminierung, drei Tage nach unserem Pokalspiel in München, war alles andere als optimal, dennoch muss man von hochbezahlten, täglich trainierenden Spielern im Derby, mit einer hohen sportlichen Brisanz mehr erwarten können. Es schien, als ob der Wille nicht vorhanden war und der Kopf auf der Anreise liegen blieb.

Liegen blieben auch sechs Busse, die von einer Hamburger BFE Einheit in voller Montur (inklusive Sturmhauben) aus dem Verkehr gezogen wurden. Lediglich zwei der Busse durften nach ca. zweistündiger Kontrolle die Weiterfahrt antreten. Man könnte glatt vermuten, dass die Herrschaften in Uniform als langer Arm der DFL herhalten mussten und so zur Wettbewerbsverzerrung beitrugen. Zusätzlich zur Terminierung musste unbedingt auch noch dafür gesorgt werden, dass aufgrund ein paar angeblich sichergestellter „Polenböller“, die für das geschulte Auge auf den veröffentlichten Fotos nicht auszumachen waren, gut 200 Fans gar nicht erst zum Derby gelassen wurden. Dies sorgte für einen weiteren Wettbewerbsnachteil. Auf jeden Fall hat dieser Umstand nicht zu einer derbywürdigen Stimmung beigetragen, da die Ultragruppen, die den Weg in den Gästeblock gefunden haben, aus Solidarität mit den nach Hause geschickten sich nicht aktiv am Support beteiligten.

War der Tag des Derbys an sich nicht schon schlimm genug, mussten wir schon im Vorfeld eine Schlappe hinnehmen. Wir wollten unsere Mannschaft in Hamburg standesgemäß mit einer optischen Aktion im Gästeblock aufs Feld begleiten, um so die letzten Körner zu mobilisieren. Einmal mehr diese Saison machte uns der gastgebende Verein einen Strich durch unsere Rechnung: Unsere Choreo wurde uns untersagt. Also wiedermal keine Choreo im Abstiegskampf für den Verein. Da war es auch ein schwacher Trost, dass die Hamburger bei ihrer Choreo wieder einmal patzten.

Nun folgt das Montagsspiel gegen den VfB Stuttgart. Wir sehen uns aufgrund dieser fanunfreundlichen und neuerlichen Zerstückelung des Spieltages der nächsten Wettbewerbsverzerrung ausgesetzt. Daher sind wir wieder einmal mehr gezwungen, dem Ganzen lediglich tatenlos zu folgen. Gerade aufgrund der sportlichen Brisanz dieses Spiels, fällt uns dies besonders schwer. Noch ein Grund mehr für die Jungs hier einen flotten Schuh aufs Parkett zu legen und zu zeigen, dass ihnen das Schicksal ihres Geldgebers ebenso wichtig ist wie uns allen.

Viele Worte unsererseits und auch der Spieler haben uns jedoch in der Vergangenheit nicht sonderlich weiter gebracht. Daher bleibt uns nur zu wünschen, dass sich alle beteiligten Personen in und um den Verein Werder Bremen in Zukunft über ihre Position und Verantwortung bewusst sind und dieser gerecht werden. Trotz der unterschiedlichen Auffassungen muss stets das Wohl des Vereins in den Vordergrund gestellt werden und erst dann man selbst und sein Ego!

27. April 2016

Arnold „Pico“ Schütz Denkmal

Kategorien: Allgemein, Texte, Wanderers

Beim Heimspiel gegen Wolfsburg haben wir im Umlauf des Ost-Oberranges zu Ehren unseres, vor knapp einem Jahr verstorbenen, Ehrenspielführer Pico Schütz eine bemalte Wand enthüllt. Einige Werderfans und Interessierte fanden sich dort um 14:30 Uhr ein. Für die Enthüllung konnten wir unseren Aufsichtsratvorsitzenden Marco Bode, Meisterspieler von 1965 Max Lorenz und Arnolds Sohn Norbert Schütz gewinnen. Für deren Worte und Teilnahme wollen wir uns recht herzlich bedanken. Zudem haben wir uns über alle anwesenden Fans gefreut und danken ebenfalls für euer Interesse und eure Anteilnahme.
Pico für immer einer von uns!

> Bilder von der Enthüllung und vom Heimspiel gegen Wolfsburg <

6. April 2016

SV=Soziale Verantwortung=Stadionverbot?

Kategorien: Texte, Wanderers

Beim Heimspiel gegen Mainz präsentierten wir folgendes Spruchband in der Ostkurve:

„SV=soziale Verantwortung=Stadionverbot? Schämt euch Werder!“

Unser Verein rühmt sich seit langem damit, dass das SV nicht nur für „Sport-Verein“, sondern auch für „soziale Verantwortung“ stünde. Wir müssen wieder einmal feststellen, dass dem nicht so ist.

Kürzlich erteilte Werder ein zweijähriges bundesweites Stadionverbot, welches ausschließlich auf der Grundlage der Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens seitens der Polizei basiert. Die Unschuldsvermutung bis das Verfahren abgeschlossen ist, greift beim Thema Stadionverbot folglich wiederholt nicht. Den willkürlichen Umgang mit der Erteilung von Stadionverboten verurteilen wir scharf, wobei die Folgen den Verantwortlichen nicht klar zu sein scheinen.

Ein Stadionverbot bewirkt gerade für einen heranwachsenden Jugendlichen, dass dieser gewissermaßen aus seinem sozialen Umfeld gerissen wird. Das Unterstützen seines Vereins, der Austausch mit den engsten Freunden und die Emotionen in der Kurve werden genommen. Was bleibt, ist das Unverständnis und die Verzweiflung bei den Betroffenen.

Deshalb fordern wir den Verein auf, den in der Vergangenheit getätigten Aussagen bezüglich der Unschuldsvermutung bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung Taten folgen zu lassen und das ausgesprochene Stadionverbot mit sofortiger Wirkung aufzuheben!

Wanderers Bremen

7. März 2016

Choreoverbot

Kategorien: Texte, Wanderers

Samstag war wohl einer der wichtigsten Spieltage für grün-weiß. Wir alle hoffen, dass der Knoten nun geplatz ist und wir gemeinsam wieder einmal den Klassenerhalt weiter voranbringen können. Dafür gilt es, alle Kraft zu investieren und Problemen aller Art die Tür vor der Nase zu zuschlagen. So dachten wir es uns zumindest.

Leider zeigte sich nun jedoch, dass diese Denkweise so verbreitet nicht zu sein scheint. Denn eigentlich wollten wir gegen Hannover in der Ostkurve durch eine kleine Choreo ein Thema aufgreifen, welches für unseren Sport-Verein immens wichtig ist. Wir wollten die „50+1-Regel“ ansprechen und damit zeigen, dass wir als Fans hinter dieser stehen und nicht hinter den stetigen Aushöhlungen durch DFB und DFL.

Durch kurzfristige Einschränkungen nach Anmeldung dieser Choreo seitens der verantwortlichen Institutionen innerhalb des Vereins, konnten wir diese jedoch nicht durchführen.

Da wir aber nur bescheiden Lust haben, uns mit den unsäglichen Gründen dieser Auflagen/Einschränkungen weiter herumzuärgern, beenden wir dieses Thema für heute und greifen es lieber in naher Zukunft nochmal auf.
So können wir uns bis dahin uneingeschränkt des erneuten Sieges erfreuen und ganz nebenbei herausfinden, ob aus dieser „Absage“ resultiert, dass gerade jetzt, wo unser Verein eine bestmögliche Unterstützung so dringend nötig hätte, auch keine weiteren Choreos für die Mannschaft mehr möglich sind.

In diesem Sinne,

Wanderers Bremen