29. September 2010

Bedauern über die Vorfälle beim Nord-Derby zwischen Werder und dem HSV…

Kategorien: Texte

…schon im Vorfeld nahmen wir kritisch die Aussagen der Bremer Polizei auf und fragten uns wie weit es gehen muss, Anhänger verfeindeter Fanlager auseinander zu halten.
Tausende Polizisten, Pferde, Hunde, Fahrzeuge und technischer Schnickschnack sollten wie in den vergangenen Jahren für Sicherheit sorgen. Auch vor diesem Derby sollte ein Aufeinandertreffen beider Lager verhindert werden. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln wurde dieses in der Regel auch realisiert.
Im Vorfeld wurde aber nun ein neues Konzept erarbeitet, dass durch weitere Maßnahmen den Gästen aus Hamburg ihr Bürgerrecht verwehrt werden sollte (und wurde), indem sie per Bus direkt nach Ankunft im Hauptbahnhof zum Stadion transportiert wurden.
Durch diese Erfahrungen, besonders des letzten Jahres, riefen organisierte Fangruppen des HSV’s dazu auf, individuell anzureisen, um derartigen nicht hinnehmbaren Einschränkungen aus dem Weg zu gehen.

Eine weitere Maßnahme erfolgte nach dem Abpfiff des gewonnen Derbys. Mit einer Durchsage des Stadionsprechers während des Spiels, wurde darauf hingewiesen, dass sich Hamburger Fans weitere 20 Minuten in ihrem Bereich aufhalten sollten und dort auch gegen ihren Willen festgehalten werden.
Eine Tatsache, die für eine gewisse Sicherheit Sinn machen mag, abgesehen von der Tatsache, dass es vollkommene Sicherheit aber nicht gibt, diese Maßnahme jedoch viele Fans in ihrer zugesicherten Freiheit massiv beschränkte. Rein praktisch führte dies lediglich dazu, dass viele in dem Glauben waren Ihre Anschlusszüge in Hamburg und auch anderswo nicht zu bekommen. Die bereits in diversen Medien betitelten ,,Fanausschreitungen“ sind, wenn überhaupt, so geschehen, durch eine direkte Folge von einem misslugenem Sicherheitsmanagment der Bremer Polizei und anderer beteiligten Institutionen.
Die Möglichkeit einer derartige Entwicklung hätte voraussehbar sein müssen! Die Lage hätte indes, wenn nicht sogar schon im Vorfeld, durch das Bereitstellen eines Bereichs innerhalb des Stadioninnenraums entschärft werden müssen.
Insgesamt müssen wir aber feststellen, dass derartige Situationen wie das temporäre Sperren eines Bereichs unter Umständen aus Sicht der Polizei zwar nachzuvollziehen sein kann aber sicher nicht richtig ist!
Personell in der Quantität sowie technisch in der Qualität ist die Bremer Polizei, wie anderswo auch, bestens ausgestattet, um Fangruppen beider Lager dementsprechend auseinander zu halten und eventuell Rowdys Paroli zu bieten.
Darüberhinaus wird neuerdings aber ein festgeschriebenes Grundrecht jedes Bürgers mit Füßen getreten, um hier ein überflüssiges Plus an Sicherheit zu ,,gewährleiten“, dass so nicht gewährleitet werden kann.

Das Resultat dieser Aktion ist bekannt. Mehrere Verletzte auf beiden Seiten, darunter zwei Schwerverletzte. Weitere Worte erübrigen sich.

Wir bedauern als Bremer und Fans unseres geliebten Sportvereins die Behandlungen jedes einzelnen Gastes und hoffen auf baldige Genesung der Schwerverletzten.

Wir möchten aber auch dazu aufrufen, dass jeder in ähnlichen Situationen mögliche Fehler der anderen mit bedenkt und so darauf bedacht ist, selber mit seinem Verhalten zu einer gesamten sicheren Situation beizutragen.

Wanderers Bremen