25. November 2018

Bundesweite Proteste vom 30.11. bis 3.12.

Kategorien: Texte

Die jüngsten Veröffentlichungen zu Super-League-Plänen und anderen geheimen Deals in den Hinterzimmern der Manager sollten auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt haben: Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun.

Finanzstarke Klubs umgehen im großen Stil Regelungen und werden bei ihren Bestrebungen nach immer mehr Profit ungeniert von führenden Funktionären hofiert und sogar noch vor Sanktionen geschützt. Die Schere zwischen arm und reich geht dabei immer weiter auseinander. Verlierer dieser Entwicklung sind neben den tiefer spielenden Vereinen der sportliche Wettbewerb im Gesamten und insbesondere wir Fans.

Es zählen vor allem Rendite und die Generierung von noch mehr Geld. DFB und DFL demonstrieren dies seit längerem, zuletzt unter anderem durch Anstoßzeiten fürs TV, die fundamental entgegen den Belangen von uns Stadiongängern stehen. In allen oberen Ligen finden nun Spiele am Montagabend statt, seit letzter Saison sogar in der ersten Bundesliga. Diese Entwicklung darf von uns Fans nicht hingenommen werden, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines des finanziellen Profits.

Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Unsere Forderung an die Vertreter der Vereine in der DFL ist klar: Schafft die Montagsspiele und die Anstoßzeiten unter der Woche ab!

Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.

Am 13.Spieltag hat die DFL erneut ein Erstligaspiel auf den Montagabend gelegt, zudem findet in der 3. Liga unter der Regie des DFB, wie fast jeden Montag, eine Partie statt. Am Wochenende rund um diesen Spieltag wird es daher zu bundesweiten Protesten in den Fankurven kommen:

Wir werden die komplette erste Halbzeit auf organisierten Support verzichten.

Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen.

Wir holen uns unser Spiel zurück!

5. November 2018

Ihr kauft euch die Welt, wie sie euch gefällt!

Kategorien: Texte

Nicht erst seit dem Korruptionsskandal rund um die Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 ist klar, dass die Bonzen in der DFB-Zentrale gerne einmal den ein oder anderen Schein zu viel ausgeben. Diese Allmachtstellung und Gier führt zu einer stetigen Veränderung des Fußballs. Seit Jahren werden Unsummen an Spieler und deren Berater bezahlt. Auch für Eintrittskarten muss der normale Fan mittlerweile immer tiefer in die Tasche greifen. Traditionsvereine, deren Spiel seit Jahren ausnahmslos ausverkauft waren, bekommen ihre Stadien nicht mehr annähernd voll.

Unsere Aktion hat nicht nur die Absicht die Korruptionsgeschichte des DFB anzuprangern, sondern möchte das bestehende System hinterfragen und kritisieren. Denn es geht oftmals nicht mehr um Fußball, sondern lediglich um die Steigerung von Profiten. Kapitalinteressen stehen über dem Wohl des Sports und schon zweimal über dem der Fans. Ein Fußball, der seine Seele für eine Handvoll Geld verkauft, ist nicht unserer! Wir wollen einen Fußball, der im Stadion gelebt wird, der eine breite Basis hinter sich weiß und der Entscheidungen zum Wohle der Menschen trifft die ihn lieben.

Die aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die Vermarktung verschiedener Anstoßzeiten zeigt, dass wir als Fans mit unseren Warnungen seit Jahren nicht falsch gelegen haben und das Rad der Zeiten und Tage sich weiterdreht. Die DFL lässt keine Chance ungenutzt um im Hintergrund die Vereine mit noch höheren TV Summen zu ködern und diese Meldung dann bei BILD und Co. als die Abstimmung für Samstag und Montag Abendspiele zu platzieren. Die entscheidende Rolle der Fans wird weiterhin nur wenig in Betracht gezogen, hierbei sollten auch einige Vereine Ihren Standpunkt hinterfragen.

Fußball ist aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, doch entwickelt er sich fortschreitend zu einem Spielball einiger geldgeiler Manager und Berater. Unser Volkssport darf in Deutschland kein Luxusprodukt werden, das seinen ursprünglichen Werten den Rücken zudreht.

Wir holen uns unser Spiel zurück !

20. September 2018

Ihr werdet von uns hören – oder auch nicht!

Kategorien: Texte

,,Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.‘‘

So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten ,,runden Tisch‘‘ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.
Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.
Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem fünften Spieltag, um.
In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.
Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!

Die Fanszenen Deutschlands im September 2018

15. September 2018

Choreos in der Ostkurve

Kategorien: Texte

Moin Werderfans!

Nach langer Durststrecke hat unser Sportverein es endlich wieder geschafft einen ordentlichen Bundesligastart hinzulegen! Die Mannschaft macht Hoffnung auf eine vielversprechende Saison. Ein Blick in die Glaskugel wollen wir aber nicht wagen, sondern vielmehr unseren Teil dazu beitragen, dass es eine erfolgreiche Saison für den Verein wird. Deshalb wollen und müssen wir das Thema „Choreos in der Ostkurve“ nochmals aufgreifen.

Choreografien in den Fankurven dienen dem Support der Mannschaft und des Vereins. Viele dieser Choreos bewirken erstaunliche atmosphärische Spannungen, pushen Spieler und Fans, setzen Glücksgefühle frei, ehren Verstorbene oder lassen einen sehnsuchtsvoll auf Vergangenes zurückblicken. Nicht selten erlangen diese auch überregional oder gar länderübergreifend große Aufmerksamkeit. Die Aufopferungsbereitschaft der aktiven Fans für ihren Verein wird dabei gerne übersehen. Ohne diese Bereitschaft wäre dies alles jedoch nicht möglich und vor allem nichts wert. Künstliche, vom Verein organisierte und erkaufte Choreos setzten keine Emotionen frei, sondern bedienen sich lediglich marktstrategischen Maßnahmen.

In Bremen besteht nun schon seit einigen Jahren das Problem, dass es erhebliche Einschränkungen seitens der Vereinsführung im Bezug auf Choreografien gibt. Nach einem erheblichen Vertrauensverlust im Zuge des Anmeldeprozederes einer Choreografie in Hamburg im November 2016 und in Anbetracht der Tatsache, dass sich in all den Jahren der Diskussion kein Ohr für diese Schieflage fand, waren wir gezwungen mit einem Choreoverzicht unsererseits auf unsere Lage aufmerksam zu machen und somit auch Druck auf die Handelnden auszuüben. Nach nun jedoch fast zwei Jahren müssen wir feststellen, dass es diese immensen Einschränkungen immer noch gibt.

Es ist weiterhin Stand was die Vereinsführung vor vielen Jahren beim Fanbeirat mit den aktiven Gruppen vereinbart haben will. Nämlich das lediglich zwei Choreografien pro Saison mit Sichtbehinderung für die Logen und das Überhängen der Werbung im Oberrang möglich sind. Wir Wanderers wurden aufgrund des nicht unterzeichneten Fankodexes damals vom Fanbeirat ausgeschlossen. Schon damals hatten wir klar zu verstehen gegeben, dass wir für derartige Einschränkungen kein Verständnis haben, es bis heute nicht haben und wir es selbstverständlich auch in Zukunft nicht haben werden.

Was aber tun, wenn sich nichts und niemand bewegt?
Heute weht der Wind in unserem Verein seitens der Führung grundsätzlich mit steifer Brise. Öffentlich werden die “Diskussionsrunden“, wie der Fanbeirat, als Erfolg des Miteinanders verkauft, intern jedoch das eiserne Zepter geschwungen. Statt effektiv Lösungen für vorgebrachte Probleme zu suchen, wird immer wieder gebetsmühlenartig um Verständnis gebeten oder auf Einhaltung abgeschlossener Verträge verwiesen.

Dabei ist es so simpel was wir Fans brauchen, um als Teil des Vereins diesen wieder in höhere Sphären zu pushen: Freiraum! Choreos a la Thomas Schaaf, Triumphjubiläen, Derbyaktionen, Gedenkaktionen etc. Ohne unmögliche Auflagen, ohne Einschränkungen, ohne Klimbim!

Nach jüngstem Zusammenkommen wurde nun zum wiederholten Male versichert, man sollte doch einfach mal machen, dann würde man schon sehen, dass es keine Probleme mit der dritten, vierten, etc. Choreo über die Logen geben würde. Diesen Ball nehmen wir jetzt mit zusammengebissenen Zähnen auf. Auch wenn uns diese Worte nicht neu sind und die Vergangenheit uns bereits das Gegenteil gelehrt hat, wollen wir herausfinden, ob Worten hier nun auch Taten folgen. Aus diesem Grund wollen wir schon beim Spiel gegen den Clubb am Sonntag eine von mehreren einfachen Choreos durchführen. Nach zwei vergangenen tristen Jahren bleibt zu hoffen, dass auch andere endlich aufwachen und ebenfalls ihren Beitrag leisten damit wir in Bremen wieder voran kommen!

Wanderers Bremen